Das smartere Heim
Wie im letzten Beitrag schon angekündigt, brauchte ich etwas Anderes/Besseres für das bisschen Smart Home, weil es noch nicht so recht smart war. Aber das smart war in dem Moment gar noch nicht das Problem, eher die Unflexibilität und das Ausgeliefert sein an einen Hersteller, der nicht mal die Basics freigibt, wie Datenexport.
Nun gut, Recherche ergab nicht viel, AVM bot nichts Besseres, Alternativanbierte waren inkompatibel oder nicht besser, also ging es auf die OpenSource-Schiene. Da gibt es so ein paar Sachen, die eine SmartHome-Zentrale versprachen. Homematic IP, openHAB und wie sie alle heißen können viel, aber Primus scheint da das Home Assistant zu sein (und immer schön auf das "a" achten und die automatische Schreibkorrektur auf Assistent wegbügeln).
Okay, also mal geschaut, auf was ich das laufen lassen kann. Oh Raspi's werden unterstützt, klasse, da liegt hier noch einer rum. Also Image geladen, auf die SD-Karte gepackt, booten und...nix geht. Also nochmal... und nochmal... Na das fängt ja super an. Andere SD probiert, das ist ja immer so ein Wackelkandidat bei den Raspi's. Und...nix. Hmpf, das kann doch nicht so schwer sein, die angezeigte Fehlermeldung beim Booten hatte im Netz keine eindeutige Fehlerursache zugelassen. Also nochmal von vorn, laden des Images. Hmm, Moment, es gibt hier verschiedene Images zum Raspi. Eines für den 2er und eines für 3 und Co. Aber ich hab ja nen 3er, das passt also. Oder? Ich hab doch nen 3er hier, hmm, nein. Ach Mist, der 3er steckt hinterm TV als Medienzentrale, das ist doch der Alte und ein 2er. Stimmt ich hab gar nicht 3 und 4, sondern 2 und 3. Also los, 2er Image und es klappt... das tut es wirklich. Okay, Fehler saß eindeutig VOR dem Bildschirm.
Einrichtung vom Netzwerk und ein paar Konfiguration später lief das System. Mal sehen was das so kann. Zur Bedienung hab ich mir erstmal aus dem F-Droid Store die entsprechende App geholt. Im Browser war mir das zu fummelig. Nach dem ersten Start gab es die Meldunge, dass neue Geräte im Netz erkannt wurden, ich war da ja sehr pessimistisch und rechnete mit 2-3 Sachen wie der Fritz!Box, dem LibreElec und sowas. Nun aber die Überraschung, es wurde alles, ja ALLES erkannt, was so am Netz hängt. Chromecast, Thermostate, PowerLAN und sogar die transportable Soundbox. Wow, einfach toll. Die Namen sind mitunter kryptisch, aber gut.
So hab ich mir erstmal ein paar Oberflächen gebastelt und ganz viel gestöbert, was es so alles gibt. Toll ist, dass man einzelne Sensoren abfragen und sich auch die Historie anschauen kann. So ist zum Beispiel das Heizkörperthermostat nicht nur als Sensor mit der aktuellen Temperatur vertreten, nein auch Sachen wie "Fenster auf", Urlaubsmodus oder die gewünschte Zieltemperatur ist abfragbar. Das macht es natürlich auch etwas unübersichtlich, weil Dinge auch doppelt drin sind. Wie "Fenster auf" gibt es auch als Gegenteil mit "Fenster zu".
Die Monate gingen ins Land und ich feilte etwas an den Einstellungen, es wurde komfortabler, die Übersichten besser und auch der Verbrauch sinkte. Dann ereilte mich in der App die Meldung, dass mein Server ab Dezember 25 nicht mehr unterstützt wird, da der Raspi 2 nur 32bit kann und das Home Assistant auf 64bit only wechselt. Also musste was "Neues" her und an den richtigen Stellen gestreut, ergab sich da eine Gelegenheit. Die Firma rangierte ihre alten Igel-PC's aus und ein Kollege warf mir im Sommer einen auf den Tisch, weil er von dem Problem hörte. Nun gut, neues Bastelprojekt, aber die Erfahrungen dazu dann in einem neuen Blogpost.